Einige Beispiele aus dem Alltag der Meerschweinchenstation

 Stilles Leid im Abstellraum ...


Böckchen Felix wurde zwei Jahre lang alleine ohne Artgenossen in einem Abstellraum gehalten. In dem kleinen Käfig befand sich noch nicht mal ein Häuschen .  Felix litt an so starkem Milbenbefall, daß er Krampfanfälle hatte durch den extremen Juckreiz. Sein abgemagerter Körper war voll mit dicken Schuppen und Krusten, teilweise hatte er gar kein Fell mehr. Immer wieder krampfte er sich zusammen, als wenn er epileptische Anfälle hätte, bis die Medikamente gegen die Milben anfingen zu wirken.

Die Vorbesitzerin hatte seinen schlechten Gesundheitszustand angeblich nicht bemerkt ...

Wir waren nicht sicher, ob wir es schaffen würden, ihn durchzubringen. Solch starker Milbenbefall führt im weiteren Stadium zum Tod durch Entkräftung und Abmagerung.
Mittlerweile ist er auf dem Wege der Besserung und wir hoffen, daß es weiterhin bergauf geht. In Kürze folgt noch ein Gesamtbild von Felix. Wir haben ihm diesem Namen gegeben, weil er ab jetzt ein glückliches Leben haben soll.



An den Beinen von Felix war kaum noch Fell


Überall am Körper kahle und eingeschuppte Stellen


Felix- völlig entkräftet kurz nach der Ankunft



Das andere Hinterbeinchen ...

Happy End für Felix:

er ist inzwischen wieder ganz gesund : sein Fell ist auch an den Beinchen komplett nachgewachsen.


Die Babys aus dem Vermehrungsnotfall sind da !

 "Ruhezeit " im Kindergarten


Die Milchbar ist offen!

Karotten schmecken schon am ersten Tag




Die Päppelbabys

Eine Landwirtin brachte uns vier mutterlose Babys . Sie hatte keine Zeit, die Kleinen mit Welpenmilch aufzuziehen . Tragischerweise war das Muttertier schon vor zwei Tagen gestorben und die Jungen befanden sich in einem Zustand von extremer Schwäche. Für zwei der vier winzigen Babys kam leider jede Hilfe zu spät .


Die anderen beiden wurden von uns alle ein bis zwei Stunden mit einer Spezialwelpenmilch gefüttert , in der ersten Woche auch nachts. Die zwei kleinen Schwesterchen nahmen stetig an Gewicht zu und sind heute zwei kräftige   Schweinchen.



Vom hässlichen Entlein zum wunderschönen Schwan

Olga holten wir aus vernachlässigter Haltung mit unkontrollierter Vermehrung. Sie war abgemagert, hatte Kratz- und Bisswunden sowie schweren Milbenbefall und daher kaum noch Fell, obwohl die Nächte schon kalt waren. Auf den Bildern sieht man Olga wie sie zu uns kam   und wie sie heute aussieht.



Vorher


Nachher


Maya und die 7 Zwerge

Maya konnten wir ebenfalls aus unkontrollierter Vermehrung herausholen. Sie war hochtragend, nach Aussage des Vorbesitzers war sie sofort nach Geburt der ersten Jungen wieder gedeckt worden, weil das Böckchen nicht rausgenommen worden war. Maya war so scheu, dass wir sie die ersten 2 Wochen nie zu sehen bekamen: wenn man das Zimmer betrat, war sie schon weggehuscht. Nach 3 Wochen bei uns bekam sie 7 kerngesunde Babys   und zog sie erfolgreich alleine groß. Alle Babys haben es geschafft, keines musste gepäppelt werden. Maya ist ungefähr 4 Jahre alt und hat schon mindestens 3 mal geworfen. Nach einem ½ben Jahr bei uns ist sie nicht mehr so ängstlich und nimmt schon Leckerli aus der Hand!Maya und die 7 Zwerge

Maya konnten wir ebenfalls aus unkontrollierter Vermehrung herausholen. Sie war hochtragend, nach Aussage des Vorbesitzers war sie sofort nach Geburt der ersten Jungen wieder gedeckt worden, weil das Böckchen nicht rausgenommen worden war. Maya war so scheu, dass wir sie die ersten 2 Wochen nie zu sehen bekamen: wenn man das Zimmer betrat, war sie schon weggehuscht. Nach 3 Wochen bei uns bekam sie 7 kerngesunde Babys   und zog sie erfolgreich alleine groß. Alle Babys haben es geschafft, keines musste gepäppelt werden. Maya ist ungefähr 4 Jahre alt und hat schon mindestens 3 mal geworfen. Nach ½ Jahr bei uns ist sie nicht mehr so ängstlich und nimmt schon Leckerli aus der Hand!



Ein Notfall kommt selten allein

Die kleine Quendolina kam mitsamt ihrer 3 anderen Geschwister mit schwerem Hautpilzbefall bei uns an . Die Vorbesitzerin hatte die Nerven verloren und wollte die Kleinen nicht behandeln .
Die Fotos von Quendolina zeigen den Heilungsprozess , der sich über mehrere Wochen hingezogen hat .
Wieder mal ein   unschönes Beispiel für eine verantwortungslose Tierhaltung , Tiere , die krank sind , werden einfach abgeschoben.
Diese 4 Babys hatten Glück : sie sind auf unsere Station gekommen . Doch die Dunkelziffer an Meerschweinchen , deren Besitzer sie heimlich entsorgen , ist sehr hoch


 Vorher                                                                                                                                 Nachher
                       

  

Vorher                                                                                                                                   Nachher 


Flecki - der coole Böckchenonkel (-:

Der schwarz - weiße Flecki hat eine Hodenverwachsung . Sie ist gutartig , aber er kann deswegen nicht kastriert werden . Er   sollte   ins Tierheim - dort verweigerte man aber die Aufnahme   mit der Begründung , dass er nicht kastriert werden könnte.
Flecki ist   sehr gutmütig und friedlich . Da er überhaupt nicht streitsüchtig ist , kann er gut in einer Männer - WG leben und wurde bei uns erfolgreich mit einem Jungböckchen vergesellschaftet


 

Flecki hat viel Geduld mit seinem kleinen Kamerad - er darf sogar auf seinem Rücken ausruhen !


Verwahrlostes Schweinemädchen ...

Die süße Schweinedame Mara hatte Füßchen ,   die nur noch aus Dreckklumpen bestanden . Nachdem wir sie lange eingeweicht und gesäubert hatten , kamen Korkenzieherkrallen zum Vorschein !
Dazu kam noch ein massiver Haarlingsbefall.
Abgegeben aus Desinteresse , ursprünglich mal für das Kind angeschafft ... viele Meerschweinchen ereilt leider dieses Schicksal.
Mara hat inzwischen   ein schönes neues Zuhause bei einem kastrierten Böckchen gefunden .


Mara


Unkontrollierte Vermehrung - ein großes Problem

Oftmals passiert es aus Unwissenheit: jemand kauft sich ein Meeripärchen, Bock mit Weibchen, und der Bock wird nicht kastriert.
"So schnell wird schon nichts passieren" dachten die Leute, von denen wir eine ganze Meerifamilie übernommen haben. Beim ersten Wurf waren zwei Böckchen zur Welt gekommen.
Die Meerschweinmutter, zum 2. Mal in Folge tragend, saß mit den bereits geschlechtsreifen Jungböckchen und dem Vaterbock immer noch in einem Käfig.
Auf unseren Hinweis, daß die Böcke sofort vom Weibchen getrennt werden müssen, bekamen wir die unglaubliche Antwort, daß dies nicht möglich sei, "denn wir haben nur einen Käfig".
Kein Gedanke daran, daß
1. das Weibchen sofort nach der Geburt wieder gedeckt wird
2. die Böcke Streß haben und um das Weibchen kämpfen
3.es zu Inzucht kommt

Zum Glück konnten wir die Leute überzeugen, uns alle Tiere zu übergeben. Die Mutter kann nun in Ruhe ihren nächsten (und letzten ) Wurf zur Welt bringen... denn für sie kam die Rettung im letzten Moment:sie steht kurz vor der Niederkunft und die Kette der unkontrollierten Vermehrung wäre weitergegangen.


Die hochtragende Mama                                   Die Jungböckchen                               Der Vater


                                                    Adventsbabys


Am Morgen des 1. Advent 2009 erblickten fünf putzmuntere Schweinebabys das Licht der Welt! Die Mama und ihr zuckersüßer Nachwuchs sind wohlauf!


Elf auf einen Streich

Kurz vor Weihnachten erreichte uns der Anruf einer verzweifelten jungen Frau :
sie wurde von ihrer Vermieterin gezwungen, ihre elf Meerschweinchen sofort aus der Wohnung zu entfernen.
Noch am selben Abend wurden uns die Tiere gebracht und wir bauten eilig eine Notunterkunft für diese   große Gruppe auf (-:



Drei der Meeris kurz nach deren Ankunft in der Meerschweinstation


                                                      
                                          Die ganze Gruppe


Eine Meerschweinchen- Oma

Diese süße Meeri - Dame wurde mit 9 Jahren bei uns abgegeben. Namenlos.

Aufgrundgrund ihres schon außergewöhnlich betagten Alters haben wir sie einfach Oma genannt.
Schön ist, daß es ihr gesundheitlich noch richtig gut geht.
Umso trauriger, was sie erleben mußte: Mit ihrer Schwester zusammen war sie ursprünglich für ein Kleinkind angeschafft worden "zum Spielen". Mit sieben Jahren starb Omas Schwester. Eine neue Kameradin bekam Oma nicht mehr, vielmehr hoffte man auch auf ihr baldiges Ableben, da sie ja nun schon 7 Jahre auf dem Buckel hatte. Oma wollte aber nicht so wie ihre Vorbesitzer und lebte einfach weiter. Irgendwann war man mit der " Geduld am Ende "   da sie immer noch lebte und entschied sich , Oma "wegen Umzug" bei uns abzugeben.

Ein Happy - End für Oma, denn jetzt hat sie wieder meerschweinische Gesellschaft (-:



Oma


Sheltiemädchen Undine - wurde falsch gehalten und vernachlässigt

Undine war drei Jahre lang mit zwei Kaninchen gehalten worden - ein Meerschweinchen hatte sie leider nicht als Partner. Eine sehr sehr lange Zeit, wenn man bedenkt, daß zwei Wochen eines Meerschweinchenlebens einem halben Jahr in einem Menschenleben entsprechen. Undine mußte auf der Meerschweinchenstation erst wieder den Umgang mit Artgenossen erlernen. Sie war anfangs so verschüchtert, daß sie sich nur zurückzog.
Als wir sie das erste Mal   sahen, waren wir schockiert : Undine war abgemagert, hatte am ganzen Körper überdimensionale Filzknoten, die von Urin durchtränkt waren. Am Rücken kam nach dem Abscheren der Filzplatten ein Geschwulst zum Vorschein, das sich nach tierärztlicher Untersuchung zum Glück als Lipom ( harmlose Fetteinlagerung )
herausstellte. Desweiteren hatte sie noch ein Talgdrüsenatherom, welches ihr inzwischen operativ entfernt worden ist.


Unter dem verfilztem Fell kam ein wunderschönes Sheltiemädchen            Das Fell kann jetzt wieder nachwachsen...
zum Vorschein (-:                                                                               

  
Undine                                                                                                   Kurz nach der OP (Entfernung des Talgdrüsenatheroms)                                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                 

Angelo hatte einen Schutzengel

Der 5 Monate alte Angelo lebte mit einigen anderen Böcken in einem viel zu kleinen Käfig. Er war der Jüngste und Schwächste und wurde von den anderen gezielt attackiert. Eine Tierschützerin wurde auf ihn aufmerksam und brachte ihn zur Meerschweinchenstation. Er hatte Kratz- und Bißwunden und im Kampf war ihm ein Zahn abgebrochen worden.

Seine Leidenszeit hat jetzt ein Ende - er muß nie mehr mit anderen Böcken um sein Dasein   kämpfen, denn er ist jetzt kastriert und kann ganz entspannt einige Mädels bebrommseln ...


                                               

                                        Eine der Bisswunden                                                  Der abgebrochene Zahn mußte beim Tierarzt geschliffen werden ... 


                                                        
                                           Jetzt geht es Angelo wieder gut...


Falsche Haltung

Ein vierjähriges Meeriweibchen wurde zusammen   mit einem Kaninchen bei uns abgegeben. Die beiden hatten jahrelang zusammengelebt, bis die Vorbesitzer die Lust verloren haben und wochenlang in der Zeitung inserierten. Es fand sich kein Abnehmer und so landete das ungleiche Duo bei uns auf der Notstation.
An dieser Stelle sei nochmal erwähnt, daß ein Meerschweinchen und ein Kaninchen immer einen artgleichen Partner brauchen.Es sind unterschiedliche Tierarten, die eine völlig andere Sprache sprechen. Auch wenn man den Eindruck hat, Kaninchen und Meeri   "verstehen sich gut" ,   ist es nur ein aus der Not heraus geschlossenes Arrangement, das aber im schlimmsten Fall für das Meeri tödlich enden kann, wenn es z. B. vom Kaninchen berammelt wird.


                                                  
                                                    Kurz nach der Ankunft ...



Mona und Lisa - wieder ein Vermehrungsnotfall !

Einer Familie war die Meerschweinchenhaltung über den Kopf gewachsen : für die Kinder war ursprünglich ein Pärchen angeschafft worden und weil Meeris ja sooo süß sind, wollten die Kinder gerne Nachwuchs haben. Unter den Jungtieren wurden Böckchen und Weibchen verwechselt und nicht rechtzeitig getrennt. Drei Böcke und zwei tragende Weibchen wurden uns gebracht.
Die Tiere befanden sich in vernachlässigtem Zustand, hatten aufgrund von Milbenbefall große kahle Stellen und sehr verwachsene Krallen. Erst mal war medizinischer Handlungsbedarf angesagt.

                                     


Die tragende Mona weist große kahle Stellen aufgrund von Milbenbefall auf        
                                                                              
Die beiden Weibchen, die bei den Vorbesitzern schon mehrmals werfen mußten,              
sind nun tierärztlich versorgt. Sie können ihren Nachwuchs, der bald zu erwarten
ist, dann in Ruhe auf der Meerschweinchenstation großziehen.                              
 




Solch stark verwachsene Krallen sind für die Meeris sehr unangenehm und behindern beim Laufen !
Es kann auch zu Augenverletzungen kommen, wenn die Tiere versuchen, sich am Kopf zu kratzen.



Zum Nachdenken ...

Ein Junge stand am Strand und warf Seesterne ins Meer , die von der Flut angespült worden waren. Der ganze Strand war übersät von ihnen.

Ein alter Mann beobachtete ihn und fragte :" Warum mühst du dich ab für ein paar einzelne Seesterne ? "

Der Junge antwortete : " Wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben , sterben sie."

" Aber es sind tausende von Seesternen , das macht doch keinen Unterschied " erwiderte der Alte.

Der Junge hob wieder einen Seestern auf, betrachtete ihn und warf ihn zurück in die rettenden Wellen .

" Doch , " sagte er . "Für diesen einen hier macht es einen Unterschied ".

Quelle unbekannt